Es war nach einem langen Outdoor-Shooting, Mitte August, goldene Stunde bis in die Dämmerung. Wir hatten fast drei Stunden am See gearbeitet, das Licht war perfekt, das Model in seinem Element, und irgendwann hatte ich einfach aufgehört zu zählen wie viele Male ich den Auslöser gedrückt hatte. Zuhause, Karte in den Rechner, 1.847 Bilder. Und dann das bekannte Ritual: Lightroom aufmachen, importieren, warten. Ich bin kurz duschen gegangen. Als ich zurückkam, war der Import noch nicht fertig.
In diesem Moment habe ich mir zum ersten Mal wirklich die Frage gestellt: Warum eigentlich?
Ich fotografiere seit Jahren. Portraits, Bodypainting, Outdoor, Studio – je nach Projekt auch alles auf einmal. Mit jedem Shoot wächst das Archiv. Nicht nur die aktuellen Bilder, auch die alten. Shootings von vor drei Jahren, Experimente die ich nie gezeigt habe, Serien die ich irgendwann fertig bearbeiten wollte. Alles da, auf zwei Festplatten und einer externen SSD. Alles irgendwie unberührbar.
Das Problem war nie der Speicherplatz. Das Problem war, dass Reinschauen so viel kostete. Katalog aufbauen, importieren, Vorschauen rendern – bis du wirklich ein Bild siehst, vergehen Minuten. Also lässt du es. Die Festplatten werden größer, die Ordner unübersichtlicher, und irgendwann weißt du nicht mehr, was eigentlich alles drauf ist.
Einfach aufmachen und loslegen
FlashView hat das für mich geändert – und zwar genau an dem Punkt, wo ich es nicht erwartet hätte.
Kein Import. Kein Katalog. Ordner öffnen, fertig. Beim ersten Mal dachte ich: das kann nicht funktionieren. Dann hat es funktioniert. Ich habe meinen Archiv-Ordner reingeladen – alles, alle Jahre, rekursiv – und nach zwei Sekunden war das erste Bild da. Scharf, sofort, kein Ruckeln. Ich habe die Pfeiltaste gehalten und angefangen zu scrollen.
Dreißig Minuten später habe ich meinen Kaffee vergessen.
Da war das Studio-Shooting vom letzten Winter, das ich nie richtig gesichtet hatte. Der Bodypainting-Tag mit sechs Stunden Arbeit und Bildern, bei denen ich während des Shootings schon wusste: das wird gut. Eine Outdoor-Serie im Wald, Herbst, Gegenlicht, bei der wir beide gefroren haben und es sich trotzdem gelohnt hat. Alles da, alles sofort abrufbar, alles in voller Auflösung – auch die RAWs, weil FlashView das eingebettete JPEG nutzt und deshalb auch durch 1.000 Canon CR3-Dateien fliegt ohne ins Schwitzen zu geraten. Warum das RAW-Sichten überhaupt so schnell bleibt, habe ich an anderer Stelle ausführlich erklärt.
Bewerten – mein Workflow
Fünf Sterne für die echten Keeper, ein Stern für alles was weg kann – die Abstufungen dazwischen sortieren den Rest. Das funktioniert besonders gut wenn das Model mitvotet: die Skala ist sofort intuitiv, kein Erklären nötig. Wer fünf Sterne gibt meint dasselbe wie ich.
Rot markiere ich die finale Auswahl – die Bilder, die wirklich rausgehen. Gelb kommt drauf wenn ein Bild bearbeitet und exportbereit ist. So sehe ich auf einen Blick: was ist Keeper, was ist fertig, was wartet noch. Alles landet als XMP direkt in der Datei – Lightroom liest es einfach raus, kein extra Export, kein Sync.
Filtern, suchen, sortieren
FlashView kann nach Sternen filtern, nach Farblabels, nach Datum, nach Ordnerstruktur. Ich sehe auf einen Blick alle 5-Sterne-Bilder aus dem letzten Jahr, alle roten Keeper aus einem Shooting, alle gelben Bilder die auf den Export warten – was auch immer ich gerade brauche.
Und wer zwei Monitore hat: F11 wirft das aktuelle Bild groß auf den zweiten Bildschirm. Ideal wenn ich mit einem Model zusammensitze und wir gemeinsam die Auswahl besprechen. Kein Hochformat, keine kleine Vorschau, einfach das Bild so groß wie der Bildschirm hergibt.
Mit Models teilen
Wenn ich die Auswahl dann mit dem Model teilen will – für Feedback, für die gemeinsame Bildauswahl, ohne dass sie einen Account irgendwo brauchen – kommt StarRate dazu, mein Nextcloud-Addon für kollaborative Bildauswahl. Die XMP-Bewertungen aus FlashView sind dann schon drin, ich schicke einen Gast-Link, und wir besprechen den Rest zusammen. Aber das ist ein eigenes Thema.
Ein Archiv das man besucht
Was mich an FlashView am meisten überrascht hat: Es hat mein Archiv wieder zugänglich gemacht. Nicht als Datenfriedhof, nicht als Sicherungskopie die ich nie anschaue – sondern als Ort dem ich ab und zu einen Besuch abstatten kann. Ein altes Shooting rausholen, eine vergessene Serie mit frischen Augen sehen, merken dass da mehr drin war als ich damals dachte.
Das passiert jetzt öfter. Und das hätte ich vorher nicht erwartet.
Mehr auf flashview.net – und wie ein toter Archiv-Ordner wieder lebendig wird, habe ich ausführlicher aufgeschrieben.





